Schwimmen unter freiem Himmel


Um Kindern und Erwachsenen trotz Corona das Schwimmen zu ermöglichen, hat die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH im Juni ein umfassendes Betriebs- und Hygienekonzept für das Freibad Ulitzhörn erarbeitet. Damit stand der Eröffnung nichts im Weg. „Die ersten Wochen sind überraschend ruhig und gut verlaufen“, zieht Badebetriebsleiter Kai Thomsen eine erste Zwischenbilanz. „Trotz der zum Teil hochsommerlichen Temperaturen hat es keine Warteschlagen gegeben.“

Nach Lockerung der Corona-Maßnahmen haben sich Badegäste auf einige Regeln und Auflagen einstellen müssen. So dürfen sich zeitgleich nicht mehr als 170 Besucher auf dem Freibad-Areal aufhalten, davon 70 im Schwimmbecken. Um das sicherzustellen, haben die Betreiber ein Zwei-Schicht-System eingeführt. Täglich gibt es zwei Badeeinheiten: montags bis samstags von 6 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr, sonntags von 10 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr. Letzter Einlass ist jeweils eine Stunde vor Schließung. Um die maximale Besucherzahl nicht zu überschreiten, werden pro Badeeinheit höchstens 170 Tickets verkauft.

„Auch wenn es Mindestabstände und Auflagen einzuhalten gibt, wollen wir unseren Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen“, sagt Mike Missullis, Geschäftsführer der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH. Die Registrierung mit Namen und Telefonkontakten der Freibad-Besucher übernimmt das Kassenpersonal. Für Stammgäste gibt es nach einmaliger Erfassung ein erleichtertes Verfahren.

In Corona-Zeiten ist einiges anders als gewohnt: Der Zugang zum Wasserbereich ist nur über das östliche Durchschreitebecken mit Außendusche erlaubt. Der Ausgang liegt auf der gegenüberliegenden Seite. Das Schwimmerbecken ist durch Leinen in Bahnen getrennt. Der Nichtschwimmerbereich kann bei Einhaltung der Abstandsregeln genutzt werden. Gesperrt sind dagegen das Babybecken, das Sprungbrett und die Kinderrutsche.

Startblöcke und Edelstahl-Breitrutsche werden nach Ermessen des Aufsichtspersonals zumindest zeitweise geöffnet. „Grundsätlich sind Ballspiele und ähnliches weitgehend zu unterlassen“, sagt Guido Austen, Prokurist der Freizeitbad GmbH. „Die Becken sollen vorrangig zum Schwimmen genutzt werden.“ Auf Speisen und Getränke müssen die Freibad-Gäste nicht verzichten. Der Kiosk hat nachmittags geöffnet.

Auf der großzügigen Liegewiese gelten Abstandsregeln, ebenso in den Sanitär- und Umkleide-Bereichen. Die Räume dürfen von maximal acht Damen bzw. acht Herren zeitgleich genutzt werden. Bei den Damen gibt es aufgrund der baulichen Situation eine „Einbahnregelung“ mit getrenntem Ein- und Ausgang. Bei den Herren ist das nicht möglich. Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes, das auf dem Papier „Eckpunkte-Empfehlung für die Erarbeitung von Hygieneplänen für Bäder und Badestellen“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren basiert, ist die regelmäßige Reinigung des Freibads. „Dafür nutzen wir die drei Stunden zwischen den Badeeinheiten“, sagt Kai Thomsen. „Für die Mitarbeiter bedeutet das einen erheblichen zusätzlichen Aufwand.“

Der Freibad-Eintritt kostet 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche von drei bis 17 Jahren. Erwachsene zahlen pro Badeeinheit 4 Euro, Familien (2 Kinder / 2 Erwachsene) 7,50 Euro. Zehner- und Fünfziger-Karten werden nicht angeboten. „Die noch im Umlauf befindlichen Mehrfachkarten aus dem Vorjahr behalten ihre Gültigkeit und können in der Saison 2021 genutzt werden“, sagt Guido Austen.